FAQ

Antworten auf die häufigstes Fragen /FAQ

1. Ist der Briefumschlag ein Verschlüsselungsprogramm?

Nein. Der Digitale Briefumschlag steht symbolisch für eine rechtliche Regelung, die deine Daten vor Zugriffen schützt.

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Das Wort ist somit ein sprachliches Bild für einen Schutz um etwas Persönliches, Sensibles. Dieser Schutz muss aber erfahrungsgemäß Gesetzeskraft haben, damit bei jedem Teilhaber unserer Gesellschaft auch Respekt dafür aufkommt, dass man gewisse Dinge nicht tut. Man kann den Einzelnen nicht in dem Krieg allein lassen, sich selbst gegen Datenmissbrauch zu schützen. Eine technologische Aufrüstung eines jedes Einzelnen gegen möglich Abhörerei, Profiling etc. ist zum Scheitern verurteilt. Aber immer wieder haben gesetzliche Regelungen Auswüchse schneller Entwicklungen im Nachhinein abgemildert bzw. geradegerückt.

2. Ist das nicht ein wenig paranoid? Da gibt es doch schon tausend Regelungen.

Genau das ist das Problem! Es fehlt eine Verankerung deiner digitalen Privatsphäre im Grundgesetz.

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Es gibt Regelungen und zig Ausnahme davon, so dass es zu der unübersichtlichen Situation geführt hat. Wer kennt denn schon die juristisch wirksamen Unterschiede, die für Privatwirtschaft, staatliche Organisation und individuelle Räume gelten. Wer überblickt die Konsequenzen eines Klicks beim Akzeptieren von Bedingungen zum Umgang mit deinen Daten? Gesetze sollten dafür gut sein, eine friedliche Gesellschaft zu entwickeln. Ein
Grundrecht auf eine digitale Privatsphäre weitet den Schutz, den wir für große Teile unseres Lebens genießen, auf einen noch nicht gesicherten Bereich aus.

3. Gehen mit dem digitalen Briefumschlag nicht auch positive Effekte verloren?

Je nach dem. Du wirst schnell ein gutes Gefühl entwickeln, gern bestimmte Daten freizugeben, wenn du dir erst einmal sicher sein kannst, dass dir daraus kein Nachteil entstehen darf.

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Jeder kann spezielle Daten für die Nutzung freigeben. Erlaube ich, dass meine Bewegungsdaten des Handys oder des Autos für das Erstellen von Stauinfos genutzt werden, ist die Verwendung jedoch auf diesen einen Akt beschränkt. Andere Profile oder Auswertungen dürfen damit nicht „gefüttert“ werden. Für die großen Datensammlungen mag das zunächst ein steiniger Weg sein, aber Facebook zeigt ja, dass mit freiwilliger Nacktheit doch viel anzufangen ist.

4. Reichen nicht eigentlich schon das im Grundgesetz geregelte Brief- und Fernmeldegeheimnis?

Nein. Leider nicht.

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Für Telefonate und Briefe gilt das Grundgesetz. Für E-Mails und andere Kommunikationsarten gilt dies bereits nicht mehr – obwohl sie natürlich auch niemand lesen sollte 😉
Doch ernsthaft. Bei technischen Weiterentwicklungen muss eine Gesellschaft auch die Rechtslagen an die neuen Technologien anpassen. So entstanden viele heute selbstverständliche Regelungen, angefangen vom TüV, also der Hauptuntersuchung der Fahrzeuge, deren erste Exemplare in der Zeit von Benz und Daimler durchaus als Gefahr einfach so in der Gegend herumgefahren waren. Schon der Artikels 10 des Grundgesetzes, der das Briefgeheimnis regelt, erfuhr mit der Erweiterung um das Fernmeldegeheimnis auch eine derartige Anpassung. Jetzt gilt es, diesen Artikel für die Anforderungen der Kommunikationsgesellschaft um dein Datengeheimnis zu erweitern.

5. Aber leicht zu umgehen bleibt das Gesetz ja doch.

Nein. Haben wir erst einmal die nötige rechtliche Grundlage, MUSS jedes Unternehmen und jede Institution danach handeln.

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Alle Gesetze und Regelungen können gebrochen werden und sind deshalb entsprechend sanktionsbewert. So ist es auch mit dem virtuellen Digitalen Briefumschlag, man kann ihn technisch einfach missachten, man darf es aber nicht. Alle Datenverarbeiter sind somit angehalten, die Regelungen einzuhalten. Etabliert sich erst ein neues System, müsste jeder „Schuft“ aufpassen, nicht vom Nächstbesten erwischt und angeprangert zu werden.

6. Ist es nicht schon längst zu spät für einen Digitalen Briefumschlag?

Es ist nie zu spät, jedoch ist es richtig, dass eine Änderung der rechtlichen Regelungen zum Schutz der Grundrechte längst notwendig gewesen wäre.


7. Hat der Digitale Briefumschlag in einem nationalen Rahmen überhaupt einen Sinn?

Ja! Wir haben die Pflicht, unseren Rechtsraum, eben in erster Line Deutschland, so auszugestalten, dass die Bürger den für eine freiheitliche Demokratie notwendigen Schutz auch zukünftig genießen können.

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Natürlich müssen sich unsere gewählten Vertreter auch auf internationaler Ebene für entsprechende Regelungen einsetzen. Eine sinnvolle Gegenfrage wäre ja dann wohl auch: Wie sonst?